Danke für’s Lesen und Vorbeikommen! Ende der Ausstellung und des Blogprojektes

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Elf Studierende der LMU München gestalteten im Sommersemester 2015 unter der Leitung von Burcu Dogramaci und Cathrin Klingsöhr-Leroy eine Ausstellung Grafischer Arbeiten aus der Sammlung des Franz Marc Museum Kochel für das Erdgeschoss des Museums. Auf diesem Blog begleiteten wir dokumentarisch die Ausstellungsvorbereitung, vom ersten Treffen im April 2015 bis zur Eröffnung im Oktober 2015. Das im Blog zusammengetragene Archiv der Eindrücke in Wort und Bild verbleibt zum Nachlesen an dieser Stelle.

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Wir hofften, mit diesem Blog Interesse für unsere Arbeit und die Ausstellung zu wecken und sind gespannt, ob auch zukünftige Universitäts-Seminare sich zu einer vergleichbaren Dokumentation inspirieren lassen. Denn auch im Kultur- und Museumsbereich wächst die Bedeutung von digitalen Erzählformen und Vermittlungsformaten. Der „Feldversuch“ Kuratieren & Schreiben ermöglichte uns, parallel zur spannenden Ausstellungsentwicklung, auch erste Erfahrungen beim Bloggen zu sammeln. Als weiteres bleibendes Element entstand ein wissenschaftlich fundierter Katalog zur Ausstellung. Er bereichert das oftmals spontan wirkende Blog-Format um intensive Besprechungen der einzelnen Bilder und des Ausstellungsthema; Restexemplare sind noch vor Ort im Museumsshop verfügbar.

Nach unserer intensiven Zeit in Kochel können wir einen Besuch des Franz-Marc-Museums ausdrücklich ans Herz legen – insbesondere nach einem überstandenen Winter, wenn die Natur dort wie schon zu Zeiten des Blauen Reiters aufblüht und die Sonnenstrahlen sich den Weg durch’s Tal auf den Kochelsee bahnen.

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Aus dem Schatten treten: die Ausstellungseröffnung

Saal
Ein voller Saal während des Vortrags von Christine Hopfengart (Foto: Susn Kohl)

Nach der Preview am Abend zuvor war es noch nicht vorbei: uns erwartete noch die offizielle Eröffnung am Sonntagvormittag. Die Stühle für die vielen Besucher nicht aus, so dass einige über eineinhalb Stunden hinweg stehen mussten. Nach der gestrigen Preview im Obergeschoss fand der heutige Festakt in „unserem“ Raum statt – die Blicke der Gäste schweiften also schon während der Veranstaltung über die Bilder an den Wänden.

Für das Kuratorenteam sprachen Iris Nocker und Max Westphal (Foto: Susn Kohl)

Die Direktorin Cathrin Klingsöhr-Leroy sprach einführende Worte zu den eröffnenden Ausstellungen, Willi Baumeister und Paul Klee sowie shades of black. Anschließend referierte die Kunsthistorikerin Christine Hopfengart über Gemeinsamkeiten und Differenzen in Biografie und Werk von Willi Baumeister und Paul Klee. Im Anschluss durften wir in unsere Ausstellung einführen, wobei auch die Anekdoten aus dem Seminarverlauf nicht zu kurz kamen.

Eine wirkliche Besonderheit waren die musikalischen Zwischenspiele der Pianistin Eva Maria May und des Vilonisten Kolja Lessing. Sie präsentierten moderne Kompositionen von Ursula Mamlok und Francis Poulenc. Gezeichnet von Spannungsmomenten, Brüchen und Widersprüchen entfaltete die Musik zusammen mit den Bildern im Saal eine fesselnde Wirkung. Selten erlebt man es sonst, dass zur Eröffnung von Kunstausstellungen auch Musik vorgetragen wird – bei Eröffnungen im Franz Marc Museum ist dies fixer Programmpunkt, der nicht zuletzt auch an die Beziehung der Künstler des Blauen Reiters zur Musik anknüpft. Ein Konzertflügel aus dem Hause Ibach steht immer im Foyer bereit.

Im Anschluss an das Programm wurden die Stühle zusammengestellt und die Räume des Franz Marc Museums konnten besichtigt werden – auch an diesem Vormittag begegneten uns interessierte Gäste mit Fragen zur Bildauswahl und dem Prozess des Kuratierens.

Natürlich ist’s mit dieser Eröffnung noch nicht vorüber: die Ausstellung läuft bis zum 10. Januar 2015 und wir bieten ein umfassendes Rahmenprogramm. Es wird einige Führungen geben, sowie Workshops, in denen man die präsentierten grafischen Techniken selbst ausprobieren kann. In München veranstalten wir eine Podiumsdiskussion zum Thema „Grafik der Nachkriegszeit“.musik

Rahmenprogramm: Podiumsdiskussion

Zum Kuratieren gehört nicht nur die Ausstellung alleine – auch will die Kunst vermittelt, diskutiert und erlebt werden. Um dem gerecht zu werden, haben wir ein Rahmenprogramm entwickelt, wozu wir herzlich einladen!

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Podiumsdiskussion zum Thema „Grafik der Nachkriegszeit“
in der Galerie Thomas am Samstag, 31. Oktober 2015, 18 Uhr

Im Rahmen der Ausstellung shades of black. Grafik der Nachkriegszeit im Franz Marc Museum, Kochel am See veranstaltet das Museum in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilian-Universität München eine Podiumsdiskussion in der Galerie Thomas Modern in der Türkenstrasse 16. Es diskutieren Daniel Oggenfuss vom Münchner Lenbachhaus, der ehemalige Direktor der Staatlichen Graphischen Sammlung München, Dr. Michael Semff  und Dr. Ralph Melcher von der Galerie Thomas zum Thema „Grafik der Nachkriegszeit“.

Zwischen Grafik und der Farbe Schwarz besteht ein enger Zusammenhang: Schwarz ist die typische Druckfarbe, weswegen die Druckgrafik auch als „Schwarze Kunst“ bezeichnet wird. Im Zentrum der Ausstellung shades of black. Grafik der Nachkriegszeit stehen Nuancen des Schwarz, grafische Techniken und die Bedeutung der Grafik gerade in der Nachkriegszeit beispielsweise als Medium des künstlerischen Experiments. Gemeinsam mit unseren Diskutanten möchten wir Fragen nach grafischer Kunstproduktion nach 1945 und heute und den Herausforderungen des Sammelns, Konservierens und Ausstellens von Grafik nachgehen. Ziel ist es, den Werken der Ausstellung aus verschiedenen Perspektiven auf den Papiergrund zu gehen. Moderiert wird die Veranstaltung vom jungen Kuratorenteam der LMU München.

Begrenzte Plätze, um Anmeldung wird gebeten unter info@franz-marc-museum.de

Rahmenprogramm: Führungen und Workshops

Zum Kuratieren gehört nicht nur die Ausstellung alleine – auch will die Kunst vermittelt, diskutiert und erlebt werden. Um dem gerecht zu werden, haben wir ein Rahmenprogramm entwickelt, wozu wir herzlich einladen!

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Studentische Kuratorenführungen durch die Ausstellung

Wir freuen uns sehr darauf, an drei Sonntagen zu zweit oder zu dritt durch unsere Ausstellung zu führen. Jede der Führungen wird anders besetzt sein und andere Schwerpunkte haben, es lohnt sich also, auch mehrfach zu kommen!

Sonntags: 18.10.15 | 08.11.15 | 10.01.16 (jeweils 15 Uhr)
Keine Anmeldung erforderlich

 

Workshops für Kinder und Erwachsene: Grafische Materialexperimente im Atelier –Hochdruck, Tiefdruck, Graphit, Tusche und Aquarell.

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Schwarz + Weiß = Grau? Keinesfalls! Erlebe in unseren Kinderworkshops wie bunt die Farbe Schwarz sein kann. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung shades of black, in der du Spannendes über Kunst auf Papier erfährst, kannst du in unserer Grafikwerkstatt selbst kreativ werden. Mit verschiedenen Papieren und Zeichenmaterialien wie Graphit, Kohle und Tusche gestaltest du deine ganz eigenen Bilder und entwirfst Druckvorlagen, die du mit Hilfe unserer Presse sogar für Freunde und Familie vervielfältigen kannst.

Sonntags: 18.10.15 | 08.11.15 | 10.01.16 (jeweils 11–13 Uhr)
Teilnahmegebühr inkl. Material: € 8,-

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung bei:
Janet Haarbach, T. 08851-92488-17 besucherdienst@franz-marc-museum.de

 

 

Es ist angerichtet!

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Jedes Loch in der Wand will wohlüberlegt sein! (Foto: Franziska Linhardt)
Am vergangenen Montag war es endlich soweit: der elektronische Kalender weckte blinkend mit dem Eintrag „Hängung, Kochel“. Nach der Arbeit mit umfänglichen E-Mail-Wechseln während der Ferien versammelten wir uns nun wieder gemeinsam im Real Life. Wir erinnern uns an eine Vorbesprechung zur Hängung, wo wir unsere Gedanken im kleinen Modell festgehalten hatten. Genau dieses Modell stand nun an diesem Montag in der Mitte unseres Raumes – und drumherum, an den Wänden, waren schon die ausgewählten und mittlerweile schön gerahmten Arbeiten aufgereiht. Das Team des Museums hatte bereits ganze Arbeit geleistet, denn der Raum war frisch geweißt und für unsere Hängung vorbereitet.

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Man kleidet sich bereits jetzt gemäß des Ausstellungsmottos (Foto: Iris Nocker)
Erstmalig hatten wir alle ausgewählten Arbeiten gleichzeitig im Blick, im Depot konnten wir ja stets nur eine Auswahl im selben Moment betrachten. Dementsprechend anders war der Ersteindruck und uns wurde sofort klar, dass wir die Anordnung der Arbeiten noch einmal ein wenig verändern mussten. Wir stülpten uns also die weißen Baumwollhandschuhe über und drehten uns immer wieder um die eigene Achse, suchten Verbindungen und Kontraste, diskutierten die Gedanken und fragten uns, wie wir die Blicke der Besucher durch den Raum leiten wollten.

Zwischendurch entspannt ein Blick vom Balkon die Augen…
Zwischendurch entspannt ein Blick vom Balkon die Augen… (Foto: Max Westphal)
Letztendlich veränderte sich die Auswahl der Arbeiten aber nicht mehr, nur ein paar Plätze mussten getauscht werden. Dann waren noch die Abstände zwischen den Arbeiten, also deren genaue Position, festzulegen – hierbei ging es darum, ein möglichst optisch ausgewogenes Verhältnis zu finden, zusammengehörige Arbeiten zu gruppieren und gleichzeitig nicht zu viele verschiedene Abstände zu benutzen. Die Höhe der Hängung ist im Franz Marc Museum folgendermaßen festgelegt: die Bildmitte hängt möglichst immer auf der „Augenhöhe“ von 1,50 Meter.

Maßarbeit bei der Hängung
Maßarbeit bei der Hängung (Foto: Iris Nocker)
Erst als alle Positionen festgelegt waren, konnte der Depotleiter und Hausmeister des Museums mit seinem Kollegen die Bohrmaschine ansetzen, um die Arbeiten sicher zu befestigen: Profis am Werk – wir staunten nicht schlecht, wie schnell alle Bilder an der Wand hingen. Weiterhin wurde noch die Platzierung der bereits formulierten Saaltexte bestimmt; von einer Beschriftungsfirma werden diese bis zur Eröffnung angebracht. Auch auf die kleinen Täfelchen mit den Werkbezeichnungen warfen wir noch mehrere Blicke, damit dort Fehler ausgeschlossen sind.

In einer Vitrine ordn Kataloge aus der Galerie Stangl präsentiert 9Foto: Franziska Linhardt)
In einer Vitrine ordnen wir Kataloge aus der Galerie und dem Kunstkabinett Stangl an (Foto: Franziska Linhardt)
Abschließend ordneten wir noch Fotografien und Kataloge im kleinen Kabinett an, welches sich mit der Galerie und dem Kunstkabinett Stangl beschäftigt – dem Umfeld also, in welchem die Arbeiten von Fritz Winter, Ernst Wilhelm Nay, Rupprecht Geiger oder Niki de Saint Phalle in der Nachkriegszeit ausgestellt und gesammelt wurden. Diese Institutionen von Otto und Etta Stangl sind eng verbunden mit den ausgestellten Arbeiten wie mit dem Franz Marc Museum – mehr darüber erfährt man in der Ausstellung und sicherlich auf unserer Eröffnung und den dazugehörigen Führungen!

Wir machen uns zum Eröffnungswochenende ein letztes Mal gemeinsam auf den Weg nach Kochel und freuen uns auf einen schönen Abschluss, der gleichzeitig den Beginn unserer Ausstellung im Franz Marc Museum markiert. Auch alle Leserinnen und Leser dieses Blogs sind natürlich zur Eröffung am 4. Oktober um 11.00 Uhr nach Kochel eingeladen!

Max Westphal

Der Countdown läuft…

In der vergangenen Woche ist endlich der Katalog in den Druck gegangen! Schon bald werden wir uns an die Hängung der Ausstellung machen, natürlich berichten wir auch darüber an dieser Stelle. Derweil wird schon kräftig die Werbetrommel gerührt. Wir freuen uns, dass die Ausstellungsankündigungen schon auf den Webseiten unseres Instituts und Departments zu finden sind – auch auf facebook gibt es eine Eventseite zur Eröffnung.

Julius Bissier, Abstrakte Komposition, 1964 (Detail) © Archivo Bissier, Ascona / VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Julius Bissier, Abstrakte Komposition, 1964 (Detail) © Archivo Bissier, Ascona / VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Bis jetzt können wir nur das Titelbild unseres Kataloges zeigen. Das macht hoffentlich neugierig? Ab 4. Oktober wird er dann im Franz Marc Museum und sicher auch im Online-Shop erhältlich sein.