Es ist angerichtet!

Jedes Loch in der Wand will wohlüberlegt sein! F
Jedes Loch in der Wand will wohlüberlegt sein! (Foto: Franziska Linhardt)
Am vergangenen Montag war es endlich soweit: der elektronische Kalender weckte blinkend mit dem Eintrag „Hängung, Kochel“. Nach der Arbeit mit umfänglichen E-Mail-Wechseln während der Ferien versammelten wir uns nun wieder gemeinsam im Real Life. Wir erinnern uns an eine Vorbesprechung zur Hängung, wo wir unsere Gedanken im kleinen Modell festgehalten hatten. Genau dieses Modell stand nun an diesem Montag in der Mitte unseres Raumes – und drumherum, an den Wänden, waren schon die ausgewählten und mittlerweile schön gerahmten Arbeiten aufgereiht. Das Team des Museums hatte bereits ganze Arbeit geleistet, denn der Raum war frisch geweißt und für unsere Hängung vorbereitet.

Man kleidet sich bereits jetzt gemäß des Ausstellungsmottos Fo
Man kleidet sich bereits jetzt gemäß des Ausstellungsmottos (Foto: Iris Nocker)
Erstmalig hatten wir alle ausgewählten Arbeiten gleichzeitig im Blick, im Depot konnten wir ja stets nur eine Auswahl im selben Moment betrachten. Dementsprechend anders war der Ersteindruck und uns wurde sofort klar, dass wir die Anordnung der Arbeiten noch einmal ein wenig verändern mussten. Wir stülpten uns also die weißen Baumwollhandschuhe über und drehten uns immer wieder um die eigene Achse, suchten Verbindungen und Kontraste, diskutierten die Gedanken und fragten uns, wie wir die Blicke der Besucher durch den Raum leiten wollten.

Zwischendurch entspannt ein Blick vom Balkon die Augen…
Zwischendurch entspannt ein Blick vom Balkon die Augen… (Foto: Max Westphal)
Letztendlich veränderte sich die Auswahl der Arbeiten aber nicht mehr, nur ein paar Plätze mussten getauscht werden. Dann waren noch die Abstände zwischen den Arbeiten, also deren genaue Position, festzulegen – hierbei ging es darum, ein möglichst optisch ausgewogenes Verhältnis zu finden, zusammengehörige Arbeiten zu gruppieren und gleichzeitig nicht zu viele verschiedene Abstände zu benutzen. Die Höhe der Hängung ist im Franz Marc Museum folgendermaßen festgelegt: die Bildmitte hängt möglichst immer auf der „Augenhöhe“ von 1,50 Meter.

Maßarbeit bei der Hängung
Maßarbeit bei der Hängung (Foto: Iris Nocker)
Erst als alle Positionen festgelegt waren, konnte der Depotleiter und Hausmeister des Museums mit seinem Kollegen die Bohrmaschine ansetzen, um die Arbeiten sicher zu befestigen: Profis am Werk – wir staunten nicht schlecht, wie schnell alle Bilder an der Wand hingen. Weiterhin wurde noch die Platzierung der bereits formulierten Saaltexte bestimmt; von einer Beschriftungsfirma werden diese bis zur Eröffnung angebracht. Auch auf die kleinen Täfelchen mit den Werkbezeichnungen warfen wir noch mehrere Blicke, damit dort Fehler ausgeschlossen sind.

In einer Vitrine ordn Kataloge aus der Galerie Stangl präsentiert 9Foto: Franziska Linhardt)
In einer Vitrine ordnen wir Kataloge aus der Galerie und dem Kunstkabinett Stangl an (Foto: Franziska Linhardt)
Abschließend ordneten wir noch Fotografien und Kataloge im kleinen Kabinett an, welches sich mit der Galerie und dem Kunstkabinett Stangl beschäftigt – dem Umfeld also, in welchem die Arbeiten von Fritz Winter, Ernst Wilhelm Nay, Rupprecht Geiger oder Niki de Saint Phalle in der Nachkriegszeit ausgestellt und gesammelt wurden. Diese Institutionen von Otto und Etta Stangl sind eng verbunden mit den ausgestellten Arbeiten wie mit dem Franz Marc Museum – mehr darüber erfährt man in der Ausstellung und sicherlich auf unserer Eröffnung und den dazugehörigen Führungen!

Wir machen uns zum Eröffnungswochenende ein letztes Mal gemeinsam auf den Weg nach Kochel und freuen uns auf einen schönen Abschluss, der gleichzeitig den Beginn unserer Ausstellung im Franz Marc Museum markiert. Auch alle Leserinnen und Leser dieses Blogs sind natürlich zur Eröffung am 4. Oktober um 11.00 Uhr nach Kochel eingeladen!

Max Westphal

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