München statt Kochel – denken statt schauen…

Unsere dritte Zusammenkunft führte uns nicht, wie eigentlich gewünscht, zur Werksichtung ins Depot des Franz Marc Museums, sondern in den Hinterhof des Cafè Mariandl.

Zum Verständnis noch ein paar zeitliche Schritte zurück:

Heute leider kein Zug für uns!
Heute leider kein Zug für uns!
Werkstattfahrt
Erst gar kein Zug, und als er endlich kam, fuhr er in die Werkstatt…ätsch!

Nachdem wir am Münchner Hauptbahnhof   zusammen gekommen waren und Gleis 30 bis zur gewohnten Abfahrtszeit leer blieb, wurde uns bewusst, dass heute unsere Chance einer Beförderung nach Kochel unter den gegebenen Bedingungen – groß angelegter Streik der GDL – relativ unrealistisch sei.

So beschlossen wir, uns über die zukünftige Organisation unseres Projekts und über mögliche Ausstellungskonzepte auszutauschen. Hierfür begaben wir uns vom Hauptbahnhof in das besagte Kaffeehaus am Beethovenplatz.

Brainstorming im Hinterhof des Cafès Mariandl
Brainstorming im Hinterhof des Cafès Mariandl

Obwohl wir bei unserer letzten Sitzung erst eine kleine Anzahl der für die Ausstellung in Frage kommenden Werke gesichtet hatten, gab es bereits genügend Stoff zum Brainstormen. Erste Ideen, Erfahrungen und Meinungen konnten ausgetauscht und zu gedanklichen Verbindungen zusammen geführt werden. Der Duft von Kaffee, warmer Luft und Vogelgezwitscher als Soundkulisse wirkten sich anscheinend positiv aus auf unseren Gedankenaustausch, der zu einem vielversprechenden Sammelbecken zentraler Fragen über die Kunst in der Nachkriegszeit in Deutschland und außerhalb seiner Grenzen führte.

Als Verbildlichung könnten wir uns den nun in Gang gesetzten Prozess wie den Bau eines Spinnennetzes vorstellen: die Produktion feinster Fäden, die locker und richtungslos hängen und zu einem festen, funktionierenden Gewebe gespannt werden, indem sie durch fundamentale Knotenpunkte verbunden werden und an gewissen Stellen auch wieder abreißen.

Die Phase der Konzeptfindung hat heute definitiv begonnen und so die Suche nach einem thematischen Überbau der Ausstellung eingeleitet, die im Oktober eröffnet wird.
Wir werden uns nun zurückziehen und die heute produzierten Fadenansätze verfolgen und weiterspinnen.

Im Archiv des Franz Marc Museums
Im Archiv des Franz Marc Museums

In zwei Wochen werden wir uns wieder ins Depot begeben, um weitere Originale zu begutachten und das Netz unter einigen der heute zusammen getragenen Gesichtspunkten und dem angeeigneten Hintergrundwissen weiterflechten.

Das Gute an Planänderungen sind unerwartete Denkrichtungen.
Wenn nicht Marc, dann halt Mariandl…

Text und Photos: Iris Nocker, Zeichnung: Claudia Leonore Kreile

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